Tag der Arbeit

    Wann?

    1. Mai

    Wo?

    Gesamt Deutschland

    Geschichte

    Am 20. Juli 1889 wurde auf dem internationalen Arbeiterkongress in Paris nach amerikanischem Vorbild der Weltfeiertag der Arbeit beschlossen und auf den 1. Mai gelegt. Im darauffolgenden Jahr wurde in vielen Ländern der Welt für die Einführung des Acht-Stunden-Tages demonstriert. Mit Ende des Kaiserreiches wurden die Gewerkschaften anerkannt und der Acht-Stunden-Tag vereinbart. 1919 beschloss die Weimarer Nationalversammlung, den 1. Mai als Feiertag festzulegen.1

    In der Zeit des NS-Regimes wurde der 1. Mai von den Nazis zum Nationalfeiertag des Deutschen Volkes erklärt, um den Einfluss der bereits zerschlagenen Gewerkschaften und Oppositionellen noch mehr zu zerstreuen. Gleichzeitig blieb der 1. Mai aber auch ein symbolischer Tag für den Widerstand gegen die Nationalsozialisten.2

    1946 fanden die ersten freien Maifeiern unter strenger Beaufsichtigung der Besatzungsmächte statt. Mit der Teilung Deutschlands wurde auch die Bedeutung des 1. Mai verändert: In der DDR waren politische Inszenierungen und Paraden fester Bestandteil des Tages, in der BRD verzeichnete man einen Trend hin zur Freizeitnutzung des Tages.

    Die Hundertjahrfeier des 1. Mai fiel 1990 in ein historisches Jahr: Zum ersten Mal seit beinahe 60 Jahren feierten die Menschen im vereinten Deutschland.

    Brauchtum

    Neben der modernen politischen Bedeutung werden heute noch immer in ganz Deutschland Maifeste veranstaltet, da mit dem 1. Mai lange der Einzug des Sommers gefeiert wurde.

    Dazu ist es üblich, einen Maibaum am Dorfplatz aufzustellen. Hier hat jede Region ihre eigenen Regeln und bevorzugte Baumarten.3 Außerdem ist es nicht unüblich, dass der Maibaum von der benachbarten Gemeinde gestohlen wird. Um ihn zurückzubekommen, müssen die Besitzer in Form von Naturalien (meistens Bier) eine Auslöse an die Diebe zahlen.4

    Im Rheinland werden von jungen Männern die Häuser der Auserwählten mit sogenannten Maiherzen oder Maibilder geschmückt, die man an Fenster oder Türen anbringt.5

    Ein beliebtes Getränk zu den Maifesten ist der Maibock: ein besonders starkes Bier, das von Mönchen bereits im 17. Jahrhundert zur Feier des Sommers gebraut wurde.6

    Wie auch in Goethes „Faust“ beschrieben, feiert man im Harz schon seit dem Mittelalter in der Nacht auf den 1. Mai die Walpurgisnacht, in der Hexen um den Brocken, dem höchsten Berg des Harz, fliegen. Man versuchte sich mit allerlei Hilfsmitteln vor den Hexen zu schützen.7

    An die Walpurgisnacht angelehnt, findet man heute den Tanz in den Mai. Man feiert in der Nacht davor in den 1. Mai hinein und begrüßt dadurch den Sommer. Dieser Brauch hat auch Einzug in das moderne Nachtleben gehalten.

    Bauernregeln

    • „Wenn der 1. Mai schellt, grünt das Feld“
    • „Wenn‘s Wetter gut am 1. Mai, gibt es viel und gutes Heu.“
    • „Fällt Reif am 1. Mai, bringt er im Feld viel Segen herbei.“
    • „Philipp und Jakob Regen, bedeutet viel Erntesegen.“
    • „Taut es am 1. Mai, gibt es den ganzen Monat keinen mehr.“

    Aktuelles

    • Der 1. Mai 2018 geht in die Kreuzberger Geschichte ein, denn es wurde noch ruhiger als im letzten Jahr.8
    • 2018 kommt es nach über 50 Jahren zum Aus für Maikundgebungen im Bereich Spiegelau/Riedlhütte.9
    • 2017 demonstrierten Gewerkschaften mit Demonstrationen in Gelsenkirchen, Hamburg und Berlin für mehr soziale Gerechtigkeit.10

    Gesetzliche Regelung

    Der Tag der Arbeit ist ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag.

    Quellen

    1. Geschichte des 1.Mai (verdi.de)
    2. Geschichte des 1.Mai: Vom Kampftag zum Feiertag (dgb.de)
    3. Brauchtum im Mai von A bis Z (brauchtum.de)
    4. Regeln des Maibaumstehlens (brauchtumsjahr.de)
    5. Sammlung der Maibräuche in Deutschland (maibrauch.de)
    6. Der Maibock (bier-lexikon.de)
    7. Walpurgisnacht (kikisweb.de)
    8. So wenig Krawall war nie (tagesspiegel.de)
    9. Nach über 50 Jahren kommt das Aus für Maikundgebung (pnp.de)
    10. Kundgebungen und Proteste (tagesschau.de)