Pfingstsonntag
Wann?
Beweglicher Feiertag
Wo?
Brandenburg
Für wen?
Alle
Geschichte
Pfingsten gilt als das Fest des Heiligen Geistes und ist nach Ostern und Weihnachten das drittwichtigste Fest im Kirchenjahr.1
Der Ursprung des Pfingstfestes findet sich im Neuen Testament, genauer gesagt im 2. Kapitel der Apostelgeschichte. Dort wird beschrieben, wie sich der christliche Glaube verbreitete und folglich die christliche Glaubensgemeinschaft entstand. Laut Apostelgeschichte sollen sich die Jünger Jesu 50 Tage nach dessen Kreuztod zum jüdischen Erntedankfest Schawout in einem Haus in Jerusalem versammelt haben, wo sich der Heilige Geist auf sie senkte2:
„Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“3
Laut Bibelerzählung sollen die Menschen in Jerusalem dieses Geschehen bemerkt haben und zu dem Haus, in dem sich die Jünger befanden, geströmt sein. Dort sollen sie gehört haben, dass die Jünger plötzlich die verschiedenen Muttersprachen der neugierigen Menschen sprechen konnten. Somit war es ihnen möglich, zu verstehen, wie die Jünger ihnen „Gottes große Taten“ verkündeten. Durch diesen Umstand gilt Pfingsten als Beginn der Verbreitung des christlichen Glaubens und teilweise auch als Geburtsstunde der Kirche.2
Seinen Namen erhielt Pfingsten vom griechischen „pentēkostḗ (hēméra)“, das den 50. (Tag) bezeichnet. Damit wird auf die Lage von Pfingsten im Kirchenjahr hingewiesen. Das Pfingstfest ist nämlich der 50. und letzte Tag im Osterfestkreis der Kirche, welcher mit dem Aschermittwoch beginnt.4, 5
Brauchtum
Rund um Pfingsten gibt es einige Bräuche, die regional jedoch unterschiedlich ausfallen können. Im alpenländischen Raum ist es etwa üblich, einen Ochsen zu schmücken, der dann als Pfingstochse durch das Dorf zur Weide, auf der er den Sommer verbringt, zieht.6, 7
Ebenso gibt es die Tradition des Pfingstrittes, bei dem Reiter auf geschmückten Pferden über Felder und Wiesen ziehen, um für Segen für die neue Saat zu bitten. Besonders bekannt ist der Kötztinger Pfingstritt im bayrischen Bad Kötzting. Seine Geschichte reicht bis ins beginnende 15. Jahrhundert zurück und er ist heute eine der größten berittenen Bittprozessionen Europas.6, 7
Mancherorts versammelt man sich am Pfingstsonntag auch ohne Rind und Pferd unter freiem Himmel, etwa um einen spirituellen Spaziergang oder eine spirituelle Wanderung zu machen oder einen Pfingstgottesdienst im Freien abzuhalten.8
In manchen Regionen wird in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag unter dem Deckmantel des Pfingststehlens Schabernack getrieben. Dabei ist es üblich, bewegliche Dinge aus Hof und Garten zu stehlen, um sie an öffentlichen Orten abzustellen.6
Teilweise ist es in ländlichen Gebieten üblich, frische Birkenzweige an Häusern anzubringen. Dieser Schmuck namens Pfingstmaien soll Zuneigung und Liebe ausdrücken.7, 8
Als wichtigstes Symbol für Pfingsten gilt die Taube. Sie soll für den Heiligen Geist stehen. Im Neuen Testament wird nämlich berichtet, dass sich nach der Taufe Jesu der Himmel öffnete und aus ihm eine Taube herabkam, die den Geist Gottes verkörperte.8 Daraus hat sich der bis heute in manchen Kirchen noch gelebte Brauch entwickelt, während des Pfingstgottesdienstes eine hölzerne Taube, die mit einem Seil an der Kirchendecke befestigt ist, durch die Kirche „fliegen“ zu lassen.7
Gerne wird Pfingsten auch für ein verlängertes Wochenende bzw. einen Kurzurlaub genutzt, da der Pfingstmontag in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag ist.
Nächste Termine
- So, 24.05.2026
- So, 16.05.2027
- So, 04.06.2028
Gesetzliche Regelung
Brandenburg hat den Pfingstsonntag als einziges Bundesland zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Damit steht Arbeitnehmer*innen für an diesem Tag geleistete Arbeit ein Feiertagszuschlag zu, der – sofern er bestimmte Bedingungen erfüllt – steuerfrei ist. Die restlichen Bundesländer behandeln den Pfingstsonntag wie einen normalen Sonntag.9, 10
Quellen
- Pfingsten: Datum, Ursprung, Bräuche (mdr.de)
- Der Heilige Geist und die erste Massentaufe: Die Bedeutung von Pfingsten (nationalgeographic.de)
- Apostelgeschichte 3 – Einheitsübersetzung (die-bibel.de)
- Pfingsten – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele (dwds.de)
- Was ist Pfingsten? (erzbistum-paderborn.de)
- Pfingstbräuche in Deutschland: Vom Pfingstochsen bis zur Taube des Heiligen Geistes (sonntagsblatt.de)
- Welche Bräuche gehören zu Pfingsten? Die schönsten Traditionen im Überblick (ekhn.de)
- Was hat die Taube mit Pfingsten zu tun? (ekd.de)
- Gesetz über die Sonn- und Feiertage (brandenburg.de)
- § 3b Einkommensteuergesetz (EStG) (gesetze-im-internet.de)
