Fronleichnam

    Wann?

    Beweglicher Feiertag

    Wo?

    Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Thüringen

    Geschichte

    Fronleichnam ist das Hochfest des Leibes und Blutes Christi (im Lateinischen Corpus Christi). Die heutige Bezeichnung leitet sich vom Althochdeutschen Vronlichnam (Herrenleib) ab1 und gibt bereits einen Hinweis auf den Ursprung des Festes: Mit Fronleichnam feiern Christen die Eucharistie, die Kommunion und die Realpräsenz Christi im Tabernakel.1

    Seinen Ursprung hat das Fest bereits im 13. Jahrhundert. Nach einer Vision der Augustinernonne Juliana von Lüttich wurde Fronleichnam 1246 im Bistum Lüttich eingeführt. 1264 legte Papst Urban IV (vormals Erzdiakon in Lüttich) den Tag für alle Kirchen am zweiten Donnerstag nach Ostern fest.3

    Bereits 1273 fanden die ersten Fronleichnamsprozessionen in Deutschland statt. Vor allem der Dominikanerorden trug stark zur Verbreitung des Festtages bei, der 1317 durch Papst Johannes XXII schließlich für alle Kirchen weltweit angeordnet wurde.3

    Das Konzil von Trient fügte Mitte des 16. Jahrhunderts dem Fest ein demonstratives Element hinzu: An Fronleichnam sollten Katholiken ihren Glauben zur Schau stellen.3 Fortan wurden die Prozessionen mit viel Aufwand und allerlei Feierlichkeiten geführt, was auch als gegenreformistische Machtdemonstration verstanden wurde.1

    Mit der Reformation wurde Fronleichnam zum konfessionsscheidenden Merkmal.3 Luther lehnte die Verdinglichung des Leibes und Blutes Christi durch Wein und Brot ab.4 Auch die Zurschaustellung der Monstranzen (ein liturgisches Schaugerät, in dem die Hostie gezeigt wird) bei den Prozessionen, die suggerieren, dass die katholische Kirche den Leib Christi besäße, wertete er als Gotteslästerung.5

    Brauchtum

    Das wohl bekannteste Brauchtum ist die Fronleichnamsprozession, die nach der Messe stattfindet. Die Glaubensgemeinde zieht mit der Monstranz, meist ein hölzernes Schiffchen, das Hostien beinhaltet, durch die Straßen. Im Laufe der Zeit wurde der Aufwand, Straßen und Häuser für diesen Anlass zu schmücken, reduziert. Die Prozessionen finden aber immer noch deutschlandweit statt.6

    Die Prozessionen beschränken sich allerdings nicht nur auf festen Boden. An größeren Seen, wie dem Chiemsee oder dem Staffelsee gibt es zum Festtag alljährlich Schiffsprozessionen.3

    Im Süden Deutschlands war es für junge Mädchen üblich, in weißen Kleidern und mit Haarschmuck, bei den Prozessionen zu prangen (daher auch Pranger- oder Hoffartstag). Nach der Prozession wurden sogenannte Jungfernnudeln oder Jungfernschmarrn serviert, zu deren Verzehr auch die jungen Männer eingeladen waren.1

    Bauernregeln

    • „Fronleichnam schön und klar sagt an ein gutes Jahr.“
    • „Regnet’s am Fronleichnamstag, regnet’s noch vier Wochen danach.“
    • „Wie an Fronleichnam die Blumen dorren, so wird das Heu.“

    Aktuelles

    • 2017 hatten Geschäfte und Museen in Osnabrück geöffnet, da in Niedersachen Fronleichnam kein Feiertag ist.7 In München, Köln, Hüfingen und Seehausen fanden prunkvolle Prozessionen in der Stadt und auf dem Wasser statt.8

    Gesetzliche Regelung

    Fronleichnam ist in folgenden Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland.
    In Sachsen und Thüringen ist Fronleichnam nur in bestimmten Gemeinden ein gesetzlicher Feiertag.

    Nächste Termine

    • 31.05.2018
    • 20.06.2019
    • 11.06.2020

    Quellen

    1. Fronleichnam: Geschichte und Herkunft (brauchtum.de)
    2. Geschichte Fronleichnams (feiern-online.de)
    3. Corpus Christi und Fronleichnam (festjahr.de)
    4. Fronleichnam evangelisch betrachtet (ekhn.de)
    5. Fronleichnam ökumenisch prozessieren (evangelisch.de)
    6. Das Kirchenjahr & Brauchtum Lexikon: Fronleichnam (kath.de)
    7. Osnabrücker Geschäfte und Museen an Fronleichnam 2017 geöffnet (noz.de)
    8. Fronleichnam - nicht nur ein freier Tag (dw.com)