Tag des Unkrauts

    Unkraut – für die einen eine lästige Plage, für die anderen eine wertvolle Bereicherung. Kaum ein Thema sorgt so schnell für unterschiedliche Meinungen und gelegentlich sogar für Streit unter Nachbarn. Um den Blick stärker auf die positiven Seiten dieser oft unterschätzten Pflanzen zu lenken, wird seit 2003 jedes Jahr am 28. März der Tag des Unkrauts (engl.: National Weed Appreciation Day) begangen.

    Geschichte

    Der entstehungsgeschichtliche Hintergrund dieses Aktionstages bleibt weitgehend im Dunkeln. In gängigen Übersichten zu internationalen Aktionstagen wird der „Tag des Unkrauts“ zwar auf das Jahr 2003 datiert, eine eindeutig belegbare Gründungsinitiative oder eine verantwortliche Organisation lässt sich jedoch nicht nachweisen.

    Vermutungen, wonach der Aktionstag auf private Initiativen – etwa aus der Garten- oder Umwelt-Community in den USA – zurückgeht, sind verbreitet, bleiben jedoch unbelegt. Es handelt sich damit um einen typischen Beispieltag aus dem Umfeld informeller Aktionstage, die sich vor allem über Medien, Blogs und Kalenderportale verbreitet haben, ohne einen klar dokumentierten Ursprung zu besitzen. 1

    Brauchtum

    Am Aktionstag zu Ehren des Unkrauts wird an das Bewusstsein jedes einzelnen Menschen appelliert, den Wert dieser Pflanzen anzuerkennen und im eigenen Bereich entsprechend zu handeln, statt jedes „Kraut“, das im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse unerwünscht ist, sofort auszureißen.

    Die politische Debatte um die Unkrautvernichtung in der Landwirtschaft und ihre Folgen für die Umwelt bleibt dabei weitgehend außer Acht. Ein konkretes Brauchtum scheint sich an diesem Tag nicht entwickelt zu haben. Dennoch melden sich am Tag des Unkrauts in allen Medien stets viele Stimmen zu Wort, die sich mit dem Thema beschäftigen – von Privatpersonen über Organisationen und Vereinen bis hin zu Kräuterschulen. Dabei steht häufig der kulinarische Wert der Wildkräuter im Mittelpunkt. 1

    Oft wird auch angeregt, im eigenen Garten Wildpflanzen stehenzulassen oder gar eine naturbelassene Ecke einzurichten, um Unkräutern die Chance zu geben, für mehr Biodiversität zu sorgen. 2 Vereinzelt werden Aktivitäten angeboten, meist Wildkräuterwanderungen oder Vorträge.

    Insgesamt ist es also ein Ehrentag, der weniger durch gemeinschaftliche Aktionen als den Appell an das Bewusstsein jedes einzelnen Menschen geprägt ist, Unkräuter neu zu bewerten und seine positiven Aspekte für Mensch und Natur zu berücksichtigen. 3

    Wissenswertes

    Was ist eigentlich ein Unkraut? Wie schon die Vorsilbe „Un“ signalisiert, handelt es sich im allgemeinen Sprachgebrauch um ein unerwünschtes Kraut. Im Zuge der Umweltbewegung der 80er Jahre wurde dann der Begriff „Beikraut“ eingeführt, was wissenschaftlich gesehen „Begleitvegetation in Kulturpflanzenbeständen“ bedeutet. Für Agrarwissenschaftler, Biologen und Botaniker sind Unkräuter einheimische Wildpflanzen, wozu nicht nur Kräuter, sondern auch Gräser, Farne und Moose gehören. Es sind Pflanzen, die sich spontan in Kulturpflanzenbeständen ansiedeln. Die Samen verbreiten sich über Tiere, den Wind, Wurzelausläufer oder sind bereits im Samenpotential des Bodens vorhanden. 2

    Professionelle sowie private Pflanzenfreunde weisen seit Langem darauf hin, wie wichtig die sogenannten „Unkräuter“ sind. Allein in Deutschland gibt es mehr als 1.000 Wildkräuter. Sehr viele davon sind essbar und oft sogar auch heilkräftig. Die wohl bekanntesten sind unter anderem Brennnessel und Löwenzahn.

    Unkraut bietet ist aber auch Lebensraum und Nahrung für Insekten wie Schmetterlinge und Bienen und damit nicht zuletzt für Vögel. Außerdem werten sie den Boden auf. 4

    Ähnliche Feiertage

    • Tag des Artenschutzes - 3. März
    • Tag der Erde - 22. April
    • Internationaler Tag der biologischen Vielfalt - 22. Mai

    Quellen

    1. National Weed Appreciation Day is on March 28 (nationaltoday.com)
    2. Tag des Unkrauts: „Mehr Wildnis wagen!“ (umweltinstitut.org)
    3. Berliner Umweltverwaltung ruft am „Ehrentag des Unkrauts“ zu mehr Wertschätzung für wilde Pflanzen auf (berlin.de)
    4. Unkraut (wikipedia.org)