Tag des Meeres

    Der Welttag der Meere, auch Welttag der Ozeane genannt, wurde 2008 von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt und wird seit 2009 jedes Jahr am 8. Juni begangen. Der internationale Aktionstag heißt auf Englisch World Oceans Day und macht auf die Bedeutung, Bedrohung und den Schutz der Weltmeere aufmerksam.1 Als offizieller UN-Tag wird er auch United Nations World Oceans Day, kurz UN WOD, genannt. Er unterstützt zudem die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, besonders den Schutz der Ozeane.2

    Geschichte

    Im Jahr 2008 beschlossen die Vereinten Nationen, den Welttag des Meeres offiziell anzuerkennen. Seit 2009 wird er als UN-Tag jährlich am 8. Juni begangen. Seine Ursprünge reichen jedoch weiter zurück: Bereits 1992 wurde der Tag im Umfeld der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro erstmals vorgeschlagen. Seit 2002 begleiten zudem öffentlichkeitswirksame Kampagnen den Aktionstag, die das Bewusstsein für den Schutz der Meere stärken sollen. Jedes Jahr steht der 8. Juni unter einem eigenen Motto. Eines der frühen Mottos lautete: „One Ocean, One Climate, One Future“ – „Ein Ozean, ein Klima, eine Zukunft“.3

    Brauchtum

    An diesem Tag finden weltweit zahlreiche Aktionen statt, darunter Informationsveranstaltungen, Kampagnen und Aufräumaktionen an Stränden.3

    Viele gemeinnützige Organisationen, etwa der WWF, nutzen den Aktionstag, um über Meeresschutz zu informieren und zu zeigen, wie sich Menschen selbst engagieren können.4 Auch der Marine Stewardship Council (MSC) macht rund um den Aktionstag auf den Schutz der Meere aufmerksam. Mit seinem Umweltsiegel will der MSC nachhaltigere Fischerei fördern und Überfischung entgegenwirken. Am Welttag der Meere informiert die Organisation zudem mit Kampagnen und Veranstaltungen über diese Themen.7

    Auch staatliche Institutionen beteiligen sich am Aktionstag. Das Umweltbundesamt veröffentlichte 2018 zum Beispiel kostenlose Postkarten zu verschiedenen Themen des Meeresschutzes, um Menschen für den Schutz von Nord- und Ostsee zu sensibilisieren.5

    Die Vereinten Nationen organisieren rund um den World Oceans Day ebenfalls Veranstaltungen, Informationsangebote und Kampagnen. Über soziale Netzwerke erreichen sie damit ein breites Publikum. Darüber hinaus finden Konferenzen und Fachveranstaltungen zu Meeresschutz, Meerespolitik und nachhaltiger Entwicklung statt. Im Jahr 2025 lag der Welttag der Meere zeitlich direkt vor der dritten UN-Ozeankonferenz, die vom 9. bis 13. Juni in Nizza stattfand.6

    Wissenswertes

    Warum sind unsere Meere so wichtig für uns? Ein wichtiger Grund liegt auf der Hand: Sie sichern die Ernährung und Lebensgrundlage vieler Menschen, unter anderem durch die Fischerei. Außerdem produziert Phytoplankton im Meer einen großen Teil des Sauerstoffs auf der Erde. Die Ozeane bedecken rund 70 Prozent unseres Planeten und bilden den größten Lebensraum der Erde. Sie beherbergen eine enorme biologische Vielfalt und spielen zugleich eine zentrale Rolle für Klima und Wetter. Denn sie nehmen mehr als 90 Prozent der überschüssigen Wärme im Klimasystem auf und verteilen diese über Meeresströmungen rund um den Globus.7

    Gleichzeitig sind die Ozeane vielen Bedrohungen ausgesetzt. Durch die zunehmende Aufnahme von CO₂ verändert sich der pH-Wert des Meerwassers; die Meere versauern. Besonders gefährlich ist das für Korallen, Krebse und Muscheln, da sie auf Kalkstrukturen angewiesen sind. Auch Korallenriffe, die vielen Meereslebewesen als Lebensraum dienen, geraten dadurch unter Druck. Hinzu kommen Überfischung, Plastikmüll, industrielle Abwässer und andere Formen der Verschmutzung. Auch Eingriffe wie Tiefseebohrungen, etwa zur Ölgewinnung, belasten die Meere – nicht nur durch mögliche Verschmutzung, sondern auch durch Lärm und Störungen der empfindlichen Ökosysteme.4

    In den vergangenen Jahren gab es jedoch auch wichtige Fortschritte im internationalen Meeresschutz. Dazu gehören zum Beispiel das UN-Abkommen zum Schutz der Hohen See, auch BBNJ-Abkommen genannt, und das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD). Nach langen Verhandlungen wurde der BBNJ-Vertrag 2023 verabschiedet; seit 2026 ist er in Kraft. Er schafft erstmals einen internationalen Rahmen, um die biologische Vielfalt in Meeresgebieten außerhalb nationaler Zuständigkeit besser zu schützen und dort Meeresschutzgebiete einzurichten.8

    Ähnliche Feiertage

    • Tag des Artenschutzes – 3. März
    • Tag des Waldes – 21. März
    • Weltwassertag – 22. März
    • Tag der Erde – 22. April
    • Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt – 22. Mai
    • Tag der Umwelt – 5. Juni

    Quellen

    1. Tag des Meeres (msc.org)
    2. UN WOD – Stay informed! (oceanicglobal.com)
    3. 8. Juni – Welttag der Meere (bpb.de
    4. Tag des Meeres – WWF Jugend (wwf-jugend.de)
    5. Welttag der Ozeane (umweltbundesamt.de)
    6. UN World Ocean Day (unworldoceanday.org)
    7. Internationaler Tag des Meeres (msc.org.de)
    8. Stiftung Meeresschutz (stiftung-meeresschutz.org)