Tag der Logopädie
Der Europäische Tag der Logopädie wird jedes Jahr am 6. März begangen. Der Aktionstag wurde 2004 durch den damaligen europäischen Dachverband CPLOL erstmals ausgerufen und ist auf Englisch als „European Day of Speech and Language Therapy“ bekannt.1,2 Im deutschsprachigen Kontext wird auch die Bezeichnung „Europäischer Tag der Sprachtherapie“ verwendet.3 Im Mittelpunkt stehen die Bedeutung logopädischer und sprachtherapeutischer Arbeit sowie die öffentliche Aufklärung über Kommunikations- und Schluckstörungen.1,3
Geschichte
Der Europäische Tag der Logopädie geht auf eine Initiative des früheren europäischen Dachverbandes CPLOL ("Comité Permanent de Liaison des Orthophonistes-Logopèdes de l’Union Européenne") zurück. CPLOL, der Dachverband nationaler Logopädieverbände, erklärte den 6. März 2004 erstmals zum Europäischen Tag der Logopädie. Die Idee dahinter war, dass Logopäd*innen in ganz Europa an einem gemeinsamen Datum über ihre Arbeit informieren und jedes Jahr ein besonderes Thema in den Mittelpunkt stellen.2
Die Wahl des 6. März knüpft an die europäische Verbandsgeschichte an: An diesem Datum wurde 1988 in Paris die Gründungscharta von CPLOL unterzeichnet.4 Die heutige europäische Fachvertretung ESLA verweist in ihrer eigenen Geschichte auf diese CPLOL-Wurzeln und wurde am 6. März 2021 offiziell gestartet.4 Ein früher Deutschland-Bezug ergibt sich daraus, dass der dbl (Deutscher Bundesverband für Logopädie e. V.) in seiner Verbandsgeschichte als Mitgründer von CPLOL genannt wird.2
Brauchtum
Informationsarbeit und Beratung prägen den Europäischen Tag der Logopädie in Deutschland besonders stark. Berufsverbände nutzen den 6. März, um auf logopädische und sprachtherapeutische Themen aufmerksam zu machen, Informationsmaterialien bereitzustellen und Beratungsangebote zu organisieren. Dazu gehören etwa Expert*innenhotlines, Fachinformationen, Podcasts, Onlineveranstaltungen oder Hinweise für Betroffene, Angehörige, Studierende und Fachkräfte.3,5
Aktionen in Praxen, Einrichtungen und Verbänden sind meist fachlich ausgerichtet. Der Tag wird genutzt, um über konkrete Störungsbilder, Therapieformen, Versorgungsfragen und Entwicklungen im Berufsfeld zu informieren. Verbände stellen dafür unter anderem Social-Media-Motive, Poster, Pressevorlagen, Informationspakete und digitale Angebote bereit.3,5
Mottos und Themenschwerpunkte wechseln jährlich und greifen unterschiedliche Bereiche der Logopädie und Sprachtherapie auf. Beispiele aus den vergangenen Jahren sind:5
- 2026: „Shaping the Future of Speech and Language Therapy with Artificial Intelligence“ / „KI in der Logopädie – Chancen nutzen, Grenzen kennen“
- 2025: „Spielen – entdecken – Sprache fördern! Ein sprachreiches Umfeld für jedes Kind“
- 2024: „Gesundheit und Lebensqualität durch Teamarbeit – Möglichkeiten der Logopädie kennen und nutzen!“
- 2023: „Logopädie in der Intensiv- und Notfallmedizin“
Regionale Unterschiede sind nicht als feste Bräuche einzelner deutscher Bundesländer belegt. Die Unterschiede liegen eher in der konkreten Umsetzung vor Ort: Praxen, Hochschulen, Kliniken, Verbände oder Einrichtungen können eigene Informationsangebote, Aushänge, digitale Aktionen oder Veranstaltungen zum jeweiligen Jahresthema aufgreifen.3,5
Ähnliche Feiertage
- Welttag der Kranken - 11. Februar
- Tag der Muttersprache - 21. Februar
- Weltgesundheitstag - 7. April
- Tag der Stimme - 16. April
- Welt-Alzheimertag - 21. September
- Tag der Sprachen - 26. September
Quellen
- EU-SLT Day (eslaeurope.eu)
- Forum Logopädie, Ausgabe 3/2014, "50 Jahre dbl" (dbl-ev.de)
- Europäischer Tag der Sprachtherapie (dbs-ev.de)
- About Us - History (eslaeurope.eu)
- Europäischer Tag der Logopädie 6. März 2026 (dbl-ev.de)