Tag der Demokratie

    Wir nehmen unsere Freiheit oft als gegeben hin, fast wie die Luft zum Atmen. Doch einmal im Jahr, genauer gesagt am 15. September, zeigt uns der Internationale Tag der Demokratie (engl. International Day of Democracy), dass sie nicht selbstverständlich ist. Der Tag ist eine Einladung an uns alle, kurz innezuhalten und zu feiern, dass wir unsere Meinung sagen, mitbestimmen und laut sein dürfen – eine Kostbarkeit, die weltweit alles andere als selbstverständlich ist.

    Geschichte

    Die Idee hinter diesem Tag ist gar nicht so alt, wie man vielleicht denkt. Erst im Jahr 2007 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN), diesen festen Termin im Kalender zu verankern. Den Anstoß gab die Interparlamentarische Union (IPU), die bereits 1997 eine wegweisende Erklärung zur Demokratie verabschiedet hatte. Seit der ersten offiziellen Feier wird der Tag nun jährlich begangen.1,2 Er ist eine Art globaler „Check-up“ für den Zustand unserer Freiheit und erinnert an die mutigen Bewegungen, die weltweit für Mitbestimmung gekämpft haben.

    Brauchtum

    In Deutschland wird der Internationale Tag der Demokratie häufig mit öffentlichen Dialog- und Beteiligungsformaten begangen. Rund um den 15. September laden Institutionen, Kommunen und Kulturorte zu Diskussionen, Aktionstagen und Veranstaltungen ein. Beispiele reichen von den „Hamburger Tagen der Demokratie“ bis zu öffentlichen Programmen in Bonn oder Oberhausen. Ziel ist es, Demokratie nicht abstrakt zu behandeln, sondern im Alltag erfahrbar zu machen. Ziel ist es, Demokratie anfassbar zu machen – weg vom fernen Berlin, hin zum Marktplatz um die Ecke.3,4

    Social Media und digitale Mündigkeit
    Unter Hashtags wie #TagDerDemokratie bündeln sich am 15. September zahlreiche Beiträge in sozialen Medien. Nutzer*innen – von Politiker*innen bis hin zu Privatpersonen – teilen dort ihre Perspektiven auf Freiheit und Teilhabe. Hashtags dienen dabei als Mittel, um Diskussionen sichtbar zu machen, Meinungen zu äußern und Beiträge zu einem gemeinsamen Thema zusammenzuführen.5

    Mottos der letzten Jahre
    Die IPU gibt jedes Jahr eine Richtung vor, an der sich auch deutsche Organisationen orientieren:

    2025: „Achieving gender equality, action by action“
    2024: „Peace and democracy: Can ballots replace bullets?“
    2022: „The IPU Universal Declaration on Democracy: 25 years on, has the declaration stood the test of time?“
    2021: „Is democracy really in crisis?“

    Spezifische regionale Bräuche in den einzelnen Bundesländern gibt es kaum, allerdings nutzen Bundesländer mit anstehenden Landtagswahlen den Tag oft für massive Erstwähler*innen-Kampagnen, um die Wahlbeteiligung zu pushen.6

    Wissenswertes

    Viele Schulen in Deutschland nutzen den 15. September, um die SV-Wahlen (Schüler*innenvertretung) durchzuführen oder Projekttage zu starten. Damit soll vermittelt werden, dass Kompromissfindung und Mehrheitsentscheidungen bereits im Klassenzimmer das Fundament für ein friedliches Miteinander legen.7

    Ähnliche Feiertage

    • Tag gegen Rassismus (21. März)
    • Tag der Arbeit (1. Mai)
    • Internationaler Tag der Gerechtigkeit (17. Juli)
    • Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober)

    Quellen

    1. 15. September: Tag für Demokratie (bpb.de)
    2. Universal Declaration on Democracy (ipu.org)
    3. Bonn steht auf! Aktionstag gegen Extremismus und für Demokratie (bundeskunsthalle.de)
    4. Hamburger Tage der Demokratie (demokratietag-hamburg.de)
    5. Zur Herstellung von (Protest-)Ereignissen (ids-pub.bsz-bw.de)
    6. International Day of Democracy (ipu.org)
    7. Schülervertretung (schulministerium.nrw)